Blog 1: The Stage ist yours?

Ohne Publikum keine Bühne? 
Leere Reihen wohin man schaut: Im Theater, Kino, Auditorien  - Sind es nur die großen Bühnen mit großem Publikum, die zählen? 

Wir sind in diesen Tagen zum Teil schon auf größeren Bühnen unterwegs und die Bühne kann überall sein. Alles was man braucht ist eine Kamera, ein Mikrofon und eine (gute) Internetverbindung. 

Was ist also anders beim Online-Auftritt – Ist der weniger echt als der Auftritt auf der tatsächlichen Bühne? 

Präsentieren auf einer Online-Bühne ist ein bisschen wie direkt im Spot zu stehen: Man ist geblendet, manchmal sieht man gar kein Publikum, manchmal nur eine kleine Auswahl. Das Body Feedback bleibt nahezu aus, d.h. wir bekommen all diese kleinen, aber wertvollen Informationen, wie mein Publikum sich fühlt, nicht mit: Ob alle zum Beispiel zusammen lachen, zustimmend nicken, jemand gelangweilt auf die Uhr schaut.  Wir können nur grob erahnen, wie das was wir darbieten, tatsächlich beim Publikum ankommt.

Schon Watzlawick („Man kann nicht nicht kommunizieren“) unterschied zwischen analogen und digitalen Modalitäten der Kommunikation (Watzlawick et al 2007). Seine Axiome sind heute aktueller denn je, auch wenn wir uns zugegebener Maßen mit einem neuen Begriff der digitaler Kommunikation beschäftigen.

Digitale Modalitäten sind nach Watzlawick die Inhaltsebene, die meist als die verbale Kommunikation stattfindet; die analoge Modalitäten sind in der nonverbalen Kommunikation, der Körpersprache, Sprechweise und im Kontext wiederzufinden und stehen damit für die Beziehungsebene.  

Der Fokus liegt klar im Moment mehr auf der digitalen Art der Kommunikation als auf der analogen.  Dennoch sollte die analogen Modalitäten nicht ganz vergessen werden; ansonsten laufen wir Gefahr, dass das was wir sagen, schnell in Vergessenheit gerät und tatsächlich als weniger „echt“ wahrgenommen wird. Und wie gelingt uns das? Indem wir Emotionen bei unserer Zuhörern erwecken und  Erleben mit allen Sinnen ermöglichen. Und dies beginnt zuerst bei uns selbst, denn „Der Köper ist die Bühne der Emotionen“! 
Es scheint evt. schwieriger zu sein, sein Publikum online zu erreichen, es ist aber nicht unmöglich. Ob das, was wir zu sagen haben echt und glaubwürdig ist, hängt auch stark von unserer Körpersprache ab. 

Daher 3 Impulse für die nächste Online-Präsentation: 

  1. Welche Haltung habe ich zum Thema, das ich präsentiere? 
  2. Wie klingt meine Stimme? 
  3. Sitze ich aufrecht? 

The Stage is yours - Der Bildschirm gehört Dir! Viel Spaß dabei! 

Quellenverweis:

Watzlawick, P. / Beavin, J. / Jackson, D.: Menschliche Kommunikation. Formen - Störungen - Paradoxien. Huber, Bern (2007)